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03.07.2026
atomstopp: Mochovce 4 wird mit Uran beladen - Uralte Bausubstanz, veraltete Maschinen und Kostenverdoppelung
Mit dem Beladen des Reaktors 4 im slowakischen Atomkraftwerk Mochovce steht nach jahrzehntelanger Bauzeit die Inbetriebnahme des letzten der vier 1986 begonnenen Blöcke bevor. Das Projekt ist ein Beispiel für massive Bauverzögerungen, Kostenexplosionen und Sicherheitsdefizite.
Nach Baubeginn 1986 und Einstellung 1992 wurde 2008 die Fertigstellung der AKW-Blöcke 3 und 4 begonnen. Angegeben wurde eine Bauzeit von 6 Jahren. Block 3 ging 2023 ans Netz. Ob Block 4 noch heuer ans Netz geht, ist ungewiss, aber baulich wurde er fertiggestellt und wird nun mit Brennstäben beladen. Die bei Fertigstellungsbeginn angegebene Bauzeit hat also mit 18 Jahren dreimal so lange gedauert als angegeben.
"Beim AKW Mochovce 4 sind zwischen Baubeginn und Fertigstellung etwa 40 Jahre vergangen. Das ist ein gewaltiges Sicherheitsproblem. Bei Wiederaufnahme der Arbeiten war der bauliche Teil der Blöcke 3 und 4 zu 70 Prozent fertig, die Maschinen zu 30 Prozent geliefert. Diese Teile sind schon jetzt zumindest 34 Jahre alt und noch dazu jahrelang auf einer Baustelle gestanden", stellt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! fest.
"Die schon vor Inbetriebnahme völlig überalterte Substanz von Mochovce 4 ist nur eines der gravierenden Sicherheitsprobleme. Bekanntlich hat der sowjetische Reaktortyp WWER 440/213 aus den 1960er-Jahren kein modernes Containment und weist damit sicherheitstechnische Parallelen zum Reaktor in Tschernobyl auf. Wo bleibt der Protest der österreichischen Regierung, wenn ein weiterer solcher Hochrisikoreaktor 100 Kilometer von der Grenze fertiggestellt wird", fragt atomstopp-Geschäftsführer Stoiber.
Wie bei AKW-Projekten üblich, haben sich auch bei Mochovce 3 und 4 die Baukosten vervielfacht. Während 2008 etwa 2,8 Milliarden Euro für die Fertigstellung angegeben wurden, liegen die tatsächlichen Kosten bei 6,7 Milliarden. Letztlich werden auch die Österreicher_innen über das EU-Finanzsystem diese enormen Fehlinvestitionen in Atomkraftwerke mitzahlen.
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Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51