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13.08.26
atomstopp: AKWs nicht hitzetauglich - Politik muss aktiv werden
Kühlwasserprobleme sind beim geplanten Dukovany-Neubau absehbar, während schon jetzt Hitzewellen, Niedrigwasser und Quallen bestehende Atomkraftwerke immer häufiger unter Druck bringen
"Die Bundesregierung darf der Atomlobby nicht länger das Feld überlassen. Ansichts der massenhaften Probleme in den AKWs ist die Zeit günstig für eine österreichische Initiative auf EU-Ebene, die neue Atomprojekte und Laufzeitverlängerungen konsequent bekämpft", fordert Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben!
Besonders absurd ist die Situation im nur 30 Kilometer von Österreich entfernten Dukovany. Dort plant die tschechische Regierung zwei neue AKW-Blöcke und hat sich für ein koreanischen Modell entschieden. Für dessen Auslegung steht aber nicht genug Kühlwasser zur Verfügung. Daher muss ein um 30 Prozent kleinerer Reaktor entwickelt werden.
Dabei zeigen die vergangenen Tage deutlich, wie schnell Kühlwasser bei der Produktion von Atomstrom zu knapp werden kann. Rumänien versuchte mittels Felssprengungen den Wasserstand der Donau zu erhöhen, um das AKW Cernavoda nicht vom Netz nehmen zu müssen. Genützt hat es nichts, denn jetzt muss es nach Angaben des rumänischen Energieministeriums vollständig abgeschaltet werden. Ungarn verlor 40 Prozent seiner Stromproduktion, weil das AKW Paks wegen des niedrigen Donaupegels auf 12 Prozent gedrosselt werden musste. Wie schon in den letzten Jahren mussten in Frankreich und der Schweiz zahlreiche Reaktoren wegen fehlendem oder überhitztem Kühlwassers teilweise gedrosselt, teilweise abgeschaltet werden. Slowenischen Umweltorganisationen zufolge wird beim Reaktor Krsko das Kühlwasser mit einer höheren als der erlaubten Temperatur in die Save zurückgeführt. Dagegen haben sie Beschwerde bei der EU-Kommission eingebracht. Aber auch AKWs an der Meeresküste sind von der Erdüberhitzung betroffen. Beim größten AKW in Westeuropa im französischen Gravelines mussten bislang 3 der 5 betriebsbereiten Blöcke komplett abgeschaltet, einer getrosselt werden, weil wärmeliebende Quallen die Wasserleitungen verstopfen.
"Während die bestehenden AKWs durch die Erdüberhitzung immer häufiger unter Druck geraten, verspricht die Atomlobby gegen alle Fakten, dass AKW-Neubauten einen Beitrag zur Klimawende leisten können. Dieser falschen Erzählung der Atomindustrie muss die österreichische Bundesregierung endlich entschieden entgegentreten und eine wirksame Allianz der AKW-Gegner schmieden. Immerhin ist eine satte Mehrheit von 15 EU-Staaten atomkraftfrei", zeigt sich Stoiber überzeugt, dass seitens der Politik viel mehr gegen AKWs getan werden kann.
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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15.07.26
atomstopp: Gefährliche Laufzeitverlängerung auf 80 Jahre in Temelin
Die beiden Temelin-Reaktoren gingen 2000 bzw 2002 ans Netz. Sie wurden für eine Laufzeit von 30 Jahren konzipiert, wären also in einigen Jahren abzuschalten. Der tschechische Industrie- und Handelsminister Karel Havlícek verkündete nun, dass sie bis 2080 bzw. 2082 laufen sollen, also mehr als zweieinhalb Mal so lange wie ursprünglich geplant.
"Auch Modernisierungen ändern nichts an einem grundlegenden Problem: Auch in Temelin nehmen Materialermüdung, Korrosion und Alterungsprozesse zu, während besonders wichtige Komponenten, etwa der Reaktordruckbehälter, nicht ausgetauscht werden können. Laufzeitverlängerungen erhöhen daher zwangsläufig die Risiken", warnt Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben!
Für die Atomindustrie ist diese gefährliche Strategie allerdings die einzige Chance, nicht schon in wenigen Jahren vollkommenen bedeutungslos zu werden. Schließlich hat sich der Anteil von Atomstrom an der weltweiten Stromproduktion in den vergangenen 30 Jahren auf derzeit etwa 9 Prozent halbiert. Da die weltweite AKW-Flotte durchschnittlich 32 Jahre alt ist, müssten die allermeisten Reaktoren schon abgeschaltet sein oder wären in den nächsten Jahren abzuschalten. Damit wäre die Atomindustrie Geschichte. Dagegen wehrt sie sich ohne Rücksicht darauf, welchen Preis die Menschheit dafür zu zahlen hat.
"Die Laufzeitverlängerung von Temelín zeigt exemplarisch die Sackgasse der Atomkraft: Alte Reaktoren sollen immer länger laufen, während die Mengen an Atommüll weiter wachsen. Die österreichische Bundesregierung muss sich auf allen Ebenen entschieden gegen diese Entwicklung aussprechen", fordert Stoiber.
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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