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23.10.26
atomstopp: Endlager für hochradioaktiven Atommüll aus Finnland darf noch nicht befüllt werden
Schlagzeilen der letzten Stunden suggerieren, dass in Finnland ein Atommüll-Endlager in Betrieb gehen kann. Das stimmt nicht, denn die Freigabe der finnischen Strahlenschutzbehörde ist noch ausständig. Selbst wenn diese erteilt werden sollte, gibt es keinen Grund zum Jubel, denn ein sicheres Endlager kann es nie geben. Schließlich ist es unmöglich, hochradioaktiven Müll für mehrere hunderttausend Jahre sicher zu lagern.
Die Atomlobby hat es wieder einmal geschafft, die Schlagzeilen zu dominieren: "Als erstes Land weltweit - Finnland genehmigt unterirdisches Atommüll-Endlager" titelt etwa das online-Portal der ARD-Tagesschau. Solche und ähnliche Schlagzeilen sind in den letzten Stunden in vielen deutschsprachigen Medien zu lesen. Auch die Presseaussendung der finnischen Regierung schreibt in Titel, Lead und den ersten 12 Absätzen, dass das Endlager nun eine Betriebslizenz habe. Man muss - auch in den meisten Medienberichten - schon sehr weit lesen, um zu erfahren, dass die Freigabe der finnische Strahlenschutzbehörde noch ausständig ist. Bei den allermeisten Medienkonsument_innen bleibt der Eindruck, es gäbe das erste fertige Endlager für hochradioaktiven Müll weltweit. Wie so häufig, wenn die Atomindustrie ihre Hand im Spiel hat, halten die Fakten den Schlagzeilen nicht stand.
Sollte aber die finnische Strahlenschutzbehörde ihre Zustimmung geben, dann kann in dem seit 2004 errichteten, etwa 35 Kilometer langen Tunnelsystem Atommüll in 400-450 Metern Tiefe vergraben werden. Platz sollen dort etwa 6.500 Tonnen abgebrannte Brennelemente aus den finnischen AKWs finden, die in Kupfer-Stahl-Behälter gegeben und mit Bentonit ummantelt werden. Wenn das Endlager voll ist, soll es verschlossen werden und nach finnischen Vorstellungen mindestens 100.000 Jahre unberührt bleiben. Tatsächlich gefährlich bleibt der Atommüll wesentlich länger, weshalb etwa Deutschland nach einem Endlager für 1 Million Jahre sucht.
"Eine sichere Endlagerung von hochradioaktivem Abfall ist schlicht unmöglich. Technische Systeme, Institutionen und Informationen funktionieren nicht über Zeiträume, die die gesamte bisherige Menschheitsgeschichte bei weitem übersteigen. Wenn wir nicht einmal verstehen, wie die Pyramiden von Gizeh vor rund 4.500 Jahren errichtet wurden, wie sollen dann Menschen in 10.000 Jahren wissen, dass sie auf Olkiluoto besser nicht in die Tiefe bohren sollen?" veranschaulicht Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! das verantwortungslose Handeln der AKW-Betreiber.
Frei nach dem Motto "aus den Augen, aus dem Sinn" hofft die Atomindustrie, mit dem Vergraben des hochradioaktiven Mülls eine der wesentlichen Gefahren der Atomstrom-Produktion vergessen zu machen.
Dabei zeigt uns gerade das unlösbare Abfallproblem: "Der Mensch hätte die Büchse der Pandora "Atomkraftwerk" nie öffnen, Atommüll nie produzieren dürfen. Die gute Nachricht ist jedoch: Anders als im Mythos sind wir nicht machtlos. Wir können sie wieder verschließen, indem wir die AKWs abschalten. Wenn kein weiterer Atommüll mehr produziert wird, dann, und erst dann, ist der Moment gekommen, sich dem bereits entwichenen Unheil zu stellen", hält Stoiber fest.
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
Pressefoto Herbert Stoiber
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22.10.26
atomstopp: Zwentendorf-Feiertag mit performativer Prozession über die Donau schafft Hoffnung für Klima und Umwelt
Am 5. November wird in Linz der Zwentendorf-Feiertag begangen. Nach der Eröffnung an der Kunstuni führt eine Prozession vom Hauptplatz zur Stadtparrkirche Urfahr/Grüner Anker.
Der historische Erfolg der Anti-Atom-Bewegung als Mutmacher für die Klimabewegung: Zum zweiten Mal wird der erste ökologische Feiertag Österreichs begangen und damit wirksam an das Nein zur Atomenergie vom 5. November 1978 erinnert. Obwohl die Super-GAUs von Tschernobyl und Fukushima noch in der Zukunft lagen, war den Österreicher_innen klar, dass die Produktion von Atomstrom unvertretbar gefährlich ist und sie stimmten gegen die Inbetriebnahme des startbereiten Atomkraftwerks Zwentendorf.
"Zwentendorf zeigt, dass sich gemeinsamer Widerstand gegen mächtige Interessen durchsetzen kann. Gerade in Zeiten der Klimakrise brauchen wir solche Erfolgsgeschichten, die Mut machen, statt in Resignation zu verfallen", stellt atomstopp-Geschäftsführer Herbert Stoiber fest.
"atomstopp_atomkraftfrei leben! geht auf die Anti-Zwentendorf-Bewegung zurück, in der viele zivilgesellschaftliche Gruppen gemeinsam kämpften. Daher freut es uns besonders, nun den Feiertag in Kollaboration mit vielen Partner_innen zu zelebrieren. Denn angesichts der menschengemachten Erdüberhitzung braucht es gemeinsame Anstrengungen, um rasch zukunftsfähige Alternativen durchzusetzen", freut sich Stoiber auf eine große Feier.
Diese beginnt am 5. November 2026 um 16:00 Uhr an der Kunstuni Linz mit Inputs zur Situation der Atomenergie und zu den verheerenden ökologischen Auswirkungen des Datencenters Kronstorf. Ab 18:00 Uhr wird bei der Prozession über die Donau das Ritual zum Cancelation Day vollzogen. Angekommen bei der Kirche Grüner Anker wird ein gemeinsames Festmahl mit Atomkraft? Nein Danke!-Waffeln eingenommen und anschließend begleitet von Performances und DJ Nyx bis 22:00 Uhr gefeiert.
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