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23.09.26
Kundgebung vor Erste Bank - Sparkasse: "Kein österreichisches Bankengeld für grenznahes AKW in Dukovany!"
Acht österreichische Anti-Atom-Organisationen fordern Aufklärung über Beteiligung der Erste Group an der Finanzierung des geplanten Atomkraftwerk-Ausbaus in Tschechien.
Petr Závodský, Geschäftsführer der Dukovany-Errichtergesellschaft Elektrárna Dukovany II, sagte in einem Interview, dass die Ceská sporitelna Teil des Bankenkonsortiums sei, welches die AKW-Baupläne in Dukovany zwischenfinanziert. Die Ceská sporitelna, die größte Geschäftsbank Tschechiens, steht genau wie die österreichische Erste Bank - Sparkasse im Eigentum Erste Group Bank AG.
Die Erste Group wurde deshalb mit konkreten Fragen zu einer möglichen Beteiligung an der Finanzierung von Dukovany konfrontiert. Unter anderem wurde gefragt, ob die Ceská sporitelna tatsächlich Mitglied des genannten Kreditkonsortiums ist und ob die Erste Group beziehungsweise ihre Tochterunternehmen aktuell in irgendeiner Form an der Finanzierung der neuen Reaktorblöcke oder entsprechender Vorarbeiten beteiligt sind. Eine Antwort blieb aus. Auch eine gesetzte Nachfrist ließ die Erste Group verstreichen.
Für Österreich ist dieses Schweigen nicht akzeptabel. Deshalb werden acht Anti-Atom-Organisationen aus ganz Österreich nun eine gemeinsame Kundgebung bei der Erste Bank - Sparkasse am Graben 21 in Wien abhalten.
"Dukovany liegt unmittelbar vor unserer Haustür. Wenn eine österreichische Bankengruppe beziehungsweise ihre tschechische Tochtergesellschaft die Errichtung neuer Atomreaktoren nur 31 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt mitfinanziert, betrifft uns das ganz unmittelbar. Die Bevölkerung und die Sparkassen-Kund_innen müssen wissen: Ist die Ceská sporitelna an der Finanzierung beteiligt - ja oder nein?", fordert Herbert Stoiber, Geschäftsführer von atomstopp_atomkraftfrei leben! rasche Antworten.
"Es kann nicht sein, dass Österreich seit Jahrzehnten Nein zur Atomkraft sagt und gleichzeitig österreichisches Bankkapital möglicherweise dazu beiträgt, neue Reaktoren direkt an unserer Grenze zu errichten. Die Erste Group muss umgehend Transparenz herstellen. Schweigen ist angesichts der Gefahren dieses Projekts keine ausreichende Antwort", stellt Gerold Wagner, Projektverantwortlicher des Anti-Atom-Komitees Freistadt klar.
Unter dem Motto "Kein österreichisches Bankengeld für Dukovany!" laden folgende österreichische Anti-Atom-Organisationen zur Kundgebung ein:
Anti-Atom-Komitee Freistadt
atomstopp_atomkraftfrei leben, Linz
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, Bad Ischl
Plattform gegen Atomgefahren Salzburg (PLAGE) e.V., Salzburg
Verein Sonne und Freiheit, Sandl
Vorarlberger Plattform gegen Atomgefahren
Waldviertler EnergieStammtisch
Wiener Plattform Atomkraftfrei
Zur angemeldeten Veranstaltung sind alle eingeladen, die nicht akzeptieren wollen, dass sich eine österreichische Bank mit AKWs in Verbindung bringen lässt oder diese gar finanziert.
o 5. Oktober 2026, 11:00 Uhr bis 12:30 Uhr
o vor der Erste Bank - Sparkasse, Graben 21, 1010 Wien
Rückfragen und Pressekontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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17.08.26
atomstopp: Kosten für Dukovany-Reaktoren explodieren - jetzt soll auch Transparenz verschwinden
Die Kosten für die geplanten neuen Atomreaktoren in Dukovany steigen wie erwartet. Der tschechische Industrieminister Karel Havlicek geht nun von 600 bis 700 Milliarden Kronen, also etwa 24 bis 28 Milliarden Euro im Idealfall aus. Gleichzeitig soll die Öffentlichkeit künftig keinen Einblick mehr in die Verträge zur tschechischen Atomkraft erhalten.
Bei Vertagsunterzeichnung im Juni 2025 wurde das Projekt mit etwa 16 Milliarden Euro für beide Reaktoren der Öffentlichkeit präsentiert. Wie atomstopp kürzlich aufzeigte, weist Tschechien der EU gegenüber sogenannte overnight costs von etwa 20 bis 37,5 Milliarden Euro aus, womit die Kosten bereits Jahre vor dem geplanten Baubeginn um bis zu 134 Prozent über der ursprünglichen Kalkulation liegen. Diesen Zahlen nähert sich nun auch der stellvertretende tschechische Ministerpräsident und Industrieminister Karel Havlicek an. Er sprach jüngst von umgerechnet 24 bis 28 Milliarden Euro für die beiden Dukovany-Blöcke und gestand ein, dass dieser Preis nur zu halten sein wird, wenn der Bau reibungslos verläuft.
"Die entscheidende Frage ist längst nicht mehr, ob Dukovany teurer, sondern wie teuer es tatsächlich wird. Das letzte in Europa errichtete AKW kostete gut sieben Mal so viel wie ursprünglich angegeben und benötigte 20 Jahre reine Bauzeit, obwohl dabei ein schon wiederholt gebautes Modell kopiert wurde. Der koreanische Reaktor APR-1000 soll dagegen in Dukovany weltweit erstmals gebaut werden. Es kann also davon ausgegangen werden, dass die jetzt genannten Kosten-Obergrenzen in den Jahrzehnten der Errichtung purzeln werden", greift atomstopp-Geschäftsführer Herbert Stoiber auf die Erfahrungen der jüngsten AKW-Projekte zurück und stellt fest: "Wir alle werden dieses absehbare Finanzdebakel über das EU-Finanzsystem zu zahlen haben."
Um das erwartbare Fiasko vor der Öffentlichkeit zu verbergen, hat die tschechische Regierung einen zynischen Plan entwickelt. Sie will die Transparenz bei Atomkraft-Verträgen wesentlich einschränken. Diese sollen nicht mehr im öffentlich einsehbaren Vertragsregister aufscheinen.
Rückfragen & Kontakt:
Herbert Stoiber, +43 681/10 42 92 51
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